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Der Kulturschock

Den Begriff kenn eigentlich jeder, aber was ist eigentlich der Kulturschock. Wo kommt er her, wie macht er sich bemerkbar und was kann man dagegen tun?

Soviel vorab: Nein, wenn man in die Situation kommt, lässt er sich nicht vermeiden, allenfalls abmildern.

Wie sieht eigentlich ein Kulturschock aus?

Auch wenn sich die Erfahrung für jeden unterschiedlich anfühlt, ist der Verlauf eigentlich immer gleich. Man unterscheidet vier Phasen:

Die Honeymoon-Phase bezeichnet die Euphorie und Verliebtheit gleich nach der Ankunft. Alles ist neu und aufregend. Unterschiede zum Gewohnten werden eher als anregend als störend empfunden, und eventuell schwierige Elemente durch die rosarote Brille Betrachtet. Zu diesem Zeitpunkt hat man das Gefühl, dass der Umzug die beste Entscheidung des Lebens war.

Auf die Euphorie erfolgt alsbald die Ernüchterung, oder Depression. Diese Phase ist so ziemlich das genaue Gegenteil der Honeymoon-Phase. Man stellt fest, dass Unterschiede doch oft als Sand im Getriebe wirken, ein mangelndes Wissen um Gebräuche und Gewohnheiten und Sprachbarrieren das Leben schwer machen. Dazu kommt die Einsamkeit. Man hat Freunde und Familie zurückgelassen, und erst jetzt wird einem die Abwesenheit so richtig bewusst.

So schwer diese Zeit auch fallen mag, es kommt auf jeden Fall die Erholung. Dabei beginnt man sich anzupassen, zu lernen, und sich nach und nach wirklich Zuhause zu fühlen. Je vertrauter man mit den Gepflogenheiten wird, desto weniger einschüchternd wirken sie. Neu gefundene Freunde erleichtern einem den Zugang zur Kultur und lassen die Einsamkeit verschwinden.

Die Erholung mündet dann in die Anpassung. Man ist angekommen. Die vormals so problematischen Unterschiede sind zwar immer noch da, aber akzeptiert oder sogar geschätzt, und das fremde Land als zweite Heimat akzeptiert.

Die Ausprägung der einzelnen Phasen ist sehr individuell ausgeprägt, je nach Persönlichkeit und Umständen, und die Länge kann von einigen Stunden bis zu mehrere Monate dauern. Dabei ist selbst das Verhältnis der einzelnen Phasen zueinander sehr unterschiedlich. Bei manchen endet die Honeymoon-Phase bereits mit dem Verlassen des Flughafens. Es gab sogar Fälle, da kam es nicht mehr dazu, und der Flughafen wurde gar nicht verlassen, sondern gleich das nächste Flugzeug wieder Richtung Heimat bestiegen. Bei anderen dauert es Monate, bis sich die Depressionsphase einstellt.

Wie lässt sich aber nun mit dem Kulturschock umgehen, um zu vermeiden, dass beim ersten Auftreten der Ernüchterung sofort das Rückflugticket gekauft wird?

Zunächst einmal Hilft das Wissen das es den Kulturschock gibt, wie die Phasen aussehen – und das er sich nicht vollständig vermeiden lässt. Dieses Wissen, das es nicht die eigene Schuld ist, das man nicht unbedingt einen Fehler gemacht hat, und das  nach der Ernüchterung auf jeden Fall die Erholung kommt kann einen schon ein Stück weit durch die schwierige Phase tragen.

Eine etwas handfestere Hilfe ist eine gute Vorbereitung. Je besser man die Gepflogenheiten und Traditionen der neuen Heimat bereits kennt, desto weniger schwer wiegt das „fremdsein“ Gefühl. Sprachkenntnis und eventuell schon vor der Anreise geknüpfte Kontakte helfen beim Einleben.

Perfekt ist es natürlich auch, wenn man nicht alleine in die Ferne zieht. Familie ist eine Insel des Vertrauten, auf die man sich zurückziehen kann, wenn es draußen zu fremd wird.

Falls das nicht möglich ist, hilft es, sich mit anderen Expats in der Gegend zusammen zu tun. Wo sie herkommen spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist nur die gemeinsame Erfahrung, dass wirklich jeder die einzelnen Phasen des Kulturschocks durchmacht. Außerdem mach das erkunden der neuen Umgebung zusammen viel mehr Spaß…

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