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Die zukünftigen Fachkräfte

Hin und wieder ist es interessant, einen Blick etwas weiter zurück – oder nach vorne – zu werfen, auf die zurünftigen Fachkräfte in unserer Gesellschaft. Auf die Vorstellungen, Ängste, und oftmals schwierigen Scritte der Entscheidungsfindung, wie das Leben als Erwachsener denn aussehen könnte. Die wenigsten von uns schaffen es zum Hollywood Star, Astronauten, oder Präsidenten der freien Welt, oder was man sich so als Kind ausmalt. Den richtigen Beruf zu finden, der zu einem passt ist oft aber gar nicht so einfach.

Deshalb haben wir uns unter den jungen Leuten umgehört, um eine Momenaufnahme ihrer Gründe, Schlussfolgerungen, Pläne und damit verbundenen Emotionen zu erhalten.

Maria, 17, Robert Bosch Fachoberschule:

Vermutlich bin ich nur deswegen auf die FOS gegangen, weil ich zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage war, eine Entscheidung darüber zu treffen, welche berufliche Richtung ich einschlagen wollte. Eine Ausbildung hätte mich dazu gezwungen diese Entscheidung sofort zu treffen, so beschloss ich mich auf einer Fachoberschule anzumelden.

Zuerst dachte ich an die Sozial-Fos, weil genau genommen jeder der nicht wusste was er später einmal werden wollte die Sozial-Fos besuchte. Bei genauerem Nachdenken jedoch fiel mir auf, dass ich kleine Kinder hasste – nicht sehr schön aber leider wahr. Ähnlich ging es mir mit alten Menschen. Dieses Leid, deren Gebrechlichkeit und Krankheit, ich wollte mich nicht damit belasten.

Zur Debatte stand nur noch die Wirtschafts-Fos, da durch sie mein Plan B, der als Plan A wohl eigentlich besser geeignet wäre, möglich gemacht werden könnte.

Der wirkliche Plan A, der es besser nicht sein sollte, ist es eigentlich eine Schauspielschule zu besuchen und Schauspielerin zu werden. Vor drei Jahren nahm ich zum ersten mal Schauspielunterricht, seit dem liebe ich nichts so sehr wie die Schauspielerei. Sie erfordert Mut und Stärke, Kreativität und Leidenschaft. Sie bietet einem die Möglichkeit vor eigenen Sorgen zu flüchten und zwingt einen, sich damit auseinanderzusetzen. Nichts ist erfüllender und nichts so nervenaufreibend.

Schauspielerin als Hauptberuf das wäre der Traum, doch wie viele träumen diesen Traum und wie viele können ihn tatsächlich Leben? Zu viele und zu wenige, als das ich das Glück hätte mich einmal davon ernähren zu können. Zudem reicht das Geld für eine Schauspielschule nicht. Ein Fünkchen Hoffnung bleibt dennoch zurück, das zu groß ist um nicht weiter zu träumen.

Bis vor kurzem sollte daher der Beruf des Eventmanagements noch Plan B darstellen. Nachdem mir jedoch klar wurde das diese Arbeit mehr mit Bürokram verbunden ist als mir lieb ist, habe ich diese Idee wieder zu nichte gemacht. Während der ersten Praktikumsphase konnte ich nämlich feststellen, dass die Aufgaben, die in einem Büro erledigt werden müssen, und das ständige Arbeiten am Computer mich verrückt machen. Müsste ich mein ganzes Leben so verbringen, fände man mich wohl nach kürzester Zeit baumelnd an einem Strick als eine leere, leblose Hülle vor. Ich will kreativ sein, ich will mich ausleben können, ich will Malen, Tanzen und Singen. Ich will so verrückt sein können wie ich es bin, ich will Reisen und die Welt erleben. Ich will nicht jeden Tag in den gleichen vier weißen Wänden sitzen, ich will das mein Leben bunt ist.

So begebe ich mich also auf die Suche nach einem Plan B der zu Plan A werden kann, ein Plan der mich selbst wiederspeigelt und nicht die Tatsache das ich mein eigentliches Ziel nicht erreichen konnte.  Zu dieser Erkenntnis haben mich die letzten drei Monate zwischen Schule und Praktikum gebracht.

Die Entscheidung eine FOS für Wirtschaft zu besuchen halte ich dennoch  für eine gute Entscheidung sie hat mir gezeigt was ich nicht will und lässt mir Zeit mich zu probieren, neu zu entdecken, sie lässt mir alle Türen offen stehen. Ich habe die Wahl zwischen Fach- und allgemein Abitur, zwischen Studium und Ausbildung. Ich kann mir einen Job suchen und das Geld für die Schauspielschule sparen, oder ich stell mich in die Innenstadt und träller ein Paar Liedchen. Singen kann ich ja, behaupten zumindest alle die es einmal gehört haben.

Vielleicht gehe ich auch zu „The Voice of Germany“ und Gewinne einen Plattenvertrag oder ich stelle einen Song von mir auf Youtube ein, werde entdeckt wie Adele, oder ich habe mit 25 schon zwei Kinder, lebe in einer Bruchbude und arbeite als Reinigungskraft, vielleicht heirate ich auch einen reichen Mann, lebe in einer großen Villa und habe eine Reinigungskraft. Ich weiß es nicht, ich will es auch nicht wissen. Alles was ich weiß, ist dass die Entscheidung irgendwann ansteht.

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