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Ausblick auf den deutschen Stellenmarkt 2017

Das neue Jahr ist gerade erst ein paar Tage alt, aber Arbeitsmarktforscher veröffentlichen bereits Trends, wie es mit der Beschäftigung am Standort Deutschland weitergeht.
Vorgegangen waren die offiziellen Arbeitsmarktdaten der Bundesagentur in Nürnberg, wonach die Zahl der Erwerbslosen so niedrig ist, wie seit 1991 nicht mehr. Natürlich sind in dieser Quote von derzeit 6,1 % wie immer Menschen in Qualifizierungsmaßnahmen, Umschüler etc. herausgerechnet. Die Vergleichbarkeit ergibt sich aber daraus, als dass sich die Berechnung seit der Wiedervereinigung nicht grundlegend geändert hat.

 

Mit der niedrigen Arbeitslosenzahl einhergehend sind so viele Menschen in sozialversicherungsrechtlicher Beschäftigung wie noch nie. Mehr als 43 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Job, wie man so schön sagt. Abermals ein Beschäftigungsrekord, letztlich der Sechste in Folge.

 

Daher ist nicht verwunderlich, dass Experten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute eine gewisse Stagnation dieser Entwicklung vorhersagen. Interessant sind dabei die Details. Denn man geht davon aus, dass die Zahl der Beschäftigten, aber ebenso die Zahl der Arbeitslosen zunehmen wird. Dies hängt unter anderen mit der sogenannten Flüchtlingskrise zusammen. Während nämlich Asylbewerber und Subsidiärflüchtlinge während der Wartezeit auf die Entscheidung der Behörden gar nicht arbeiten dürfen und daher auch in keiner solchen Statistik auftauchen, werden deren Anträge voraussichtlich bis Mitte dieses Jahres abgearbeitet. Damit wäre der „Rückstau“ angesichts der massenhaften Neuankünfte 2015 und 2016 aufgelöst, gleichzeitig müssen sich solche anerkannten Asylanten formal arbeitslos melden, damit sie Leistungen und weitere Unterstützung erhalten. Dies wird den Arbeitsmarkt 2017 insgesamt als vermutlicher Einmaleffekt verzerren. Diese Situation wäre bei geringerer Auslastung der Migrationsämter in den vergangenen Monaten aber schon im alten Jahr eingetreten und hat nichts mit der wirtschaftlichen Entwicklung selbst zu tun.

 

Hierzu passt auch die Einschätzung, dass in Deutschland viele Arbeitsplätze 2017 sicher bleiben. Dies prognostizieren Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der DPA. Sie gehen daher bis auf eine Ausnahme von einer leicht steigenden Arbeitslosigkeit aus.

Insgesamt entstünden aber weiter neue Arbeitsplätze, bestehende seien kaum bedroht, und die gute Konjunktur stütze weiter den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitssuchenden werde im Jahresdurchschnitt 2017 zwischen 30.000 und 100.000 über dem voraussichtlichen Niveau von 2016 liegen und damit auf bis ca. 2,8 Millionen steigen im Schnitt bei rund 2,7 Millionen Menschen liegen. Nur die Allianz Versicherung geht von einem leichten Rückgang um ca. 7.000 Personen aus. Insgesamt dürfte sich also statistisch gesehen nicht allzu viel bewegen, der große Boom ist vorbei. Wobei weiterhin neue Jobs geschaffen werden, alte aber zugleich verschwinden. Dies hat aber vor allem etwas mit dem seit Längerem laufenden Wandel von der Industrie- hin zur digitalisierten Dienstleistungsgesellschaft zu tun und ist keine kurzfristige Momentaufnahme.

 

Die Zahl der Erwerbstätigen wird nach der Prognose der Experten in diesem Jahr daher zwischen 300.000 und 400.000 wachsen. Ungeachtet dessen, dass wir mit einer Reihe geopolitischer Überraschungen rechnen müssen, gehen Fachleute aber nun nicht mehr von einem allzu raschen „Trump Effekt“ aus. Der neue US Präsident, der sein Amt Ende Januar antreten wird und unter dem Motto „America first“ eine rigide Wirtschaftspolitik gegenüber den ausländischen Partnern im Wahlkampf angekündigt hatte, wird große Teile dieser Absichten wohl nicht durch den Kongress bekommen und selbst wenn, würden diese Effekte frühestens im Folgejahr 2018 oder noch später in Europa ankommen. Einstweilen könnten von den angekündigten Konjunkturprogrammen für die US Wirtschaft sogar positive Impulse über den Atlantik getragen werden.
Völlig offen sind indes die politischen Entwicklungen im Nahen Osten, Nordafrikas und Südostasiens, welche den Kurs in die ein oder die andere Richtung beeinflussen könnten. Fakt ist, dass die deutsche Exportwirtschaft von Frieden mehr profitiert, als von Kriegen. Ungeachtet der humanitären Aspekte. Auch die Terrorgefahren kann man nicht „einpreisen“, diese ist zu abstrakt.

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